Sommerekzem beim Pferd: Wenn Juckreiz an Schweifrübe und Mähne beginnt

Sommerekzem beim Pferd: Wenn Juckreiz an Schweifrübe und Mähne beginnt

Dein Pferd reibt den Schweif an jedem Zaunpfahl. Die Mähnenbasis ist wund, das Fell dünn und brüchig. Was jetzt beginnt, entwickelt sich ohne gezielte Pflege zur echten Belastungsprobe – für dein Pferd und für dich.

Warum Pferde sich in Frühjahr und Sommer scheuern

Der Auslöser ist eindeutig identifiziert: Kriebelmücken der Gattung Culicoides. Diese Insekten stechen bevorzugt in der Dämmerung und injizieren dabei Speichelproteine in die Haut. Das Immunsystem bestimmter Pferde reagiert darauf mit einer überschießenden Abwehrreaktion – dem Sommerekzem.

Der Juckreiz setzt an charakteristischen Stellen ein: Mähnenkamm, Schweifrübe, Unterbauch, Stirn und Ohren. Gerade im Frühjahr, wenn das Sommerkleid nachwächst, ist die Haut besonders empfindlich. Dünnes, frisch eingewachsenes Fell bietet wenig mechanischen Schutz. Hinzu kommt: Die Mückenaktivität nimmt ab Mai deutlich zu.

Sommerekzem trifft Pferde und Ponys jeder Rasse. Weder Körpergröße noch Haltungsform noch Fellfarbe schützen davor. Die Veranlagung ist individuell und in vielen Fällen erblich bedingt – nicht an eine bestimmte Rasse gebunden. Die wissenschaftliche Datenlage zeigt lediglich, dass bei aus Island importierten Pferden eine erhöhte Anfälligkeit besteht: Auf Island gibt es keine Culicoides-Arten, sodass diese Tiere dort keine natürliche Toleranz entwickeln konnten. In einer Studie mit 490 Islandpferden aus 24 Gestüten in Niedersachsen und Westfalen lag die Betroffenenquote bei importierten Tieren bei 71,9 % – gegenüber 15,6–27,3 % der auf dem Festland geborenen Isländer. [Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift* | Jahresangabe nicht direkt verifiziert]

Auch bei uns im Stall halten wir Isländer. Und wir kennen den Scheuerreiz an der Schweifrübe aus dem Alltag. Genau deshalb haben wir Killitch® ins Sortiment aufgenommen – weil wir es selbst anwenden und die Wirkung kennen.

Was passiert, wenn der Juckreiz unbehandelt bleibt

Pferde, die sich dauerhaft scheuern, richten erhebliche Schäden an. Schweifhaare reißen aus. Wunden entstehen durch den Druck an Zäunen und Stalleinrichtungen. Offene Stellen infizieren sich sekundär, was den Juckreiz weiter verstärkt.

Laut einer rasseübergreifenden Fragebogenstudie der Freien Universität Berlin – 404 Ekzemer-Pferde aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – lag das durchschnittliche Ersterkrankungsalter bei 5,7 Jahren. Mit zunehmendem Alter steigt typischerweise auch die Intensität der Symptome. [Freie Universität Berlin, Dissertation, Refubium | 2013]

Wichtig: Bevor du ein Pflegemittel direkt auf die Haut aufträgst – also eine Lotion, ein Spray oder eine Salbe lokal anwendest –, lass andere Ursachen ausschließen. Räude, Milbenbefall, Haarlinge oder ein Wurmbefall können identische Scheuerreize auslösen. Eine tierärztliche Abklärung ist bei Erstauftreten zwingend.

Killitch® von Carr & Day & Martin: Was die Lotion leistet

Killitch® ist ein AVM-GSL-lizenziertes Produkt. AVM-GSL steht für Authorised Veterinary Medicine – General Sales List: behördlich zugelassen für die veterinäre Anwendung, aber nicht verschreibungspflichtig. Der Wirkstoff ist Benzylbenzoat in einer Konzentration von 25 % w/v, eingebettet in eine cremige, ölfreie Lotion, die speziell für Pferde und Ponys formuliert wurde. [Carr & Day & Martin, Herstellerangaben Produktseite | 2023/2026]

Die Formulierung zieht ein, fettet nicht und eignet sich für die tägliche Anwendung – auch an aktiven Pferden nach dem Training oder dem Waschen.

Entscheidend ist der Zeitpunkt des Einsatzes: Wer Killitch® bereits im frühen Frühjahr anwendet – bevor die ersten Symptome sichtbar werden –, kann das Ausbrechen der saisonalen Reaktion nach Herstellerangaben möglicherweise ganz verhindern. Das macht Killitch® sowohl zum präventiven als auch zum begleitenden Pflegemittel.

Hinweis: Killitch® ersetzt keine tierärztliche Therapie. Bei starken Symptomen, eitrigen Veränderungen oder Verdacht auf Sekundärinfektion gehört ein Tierarzt hinzugezogen.

Anwendung: So gehst du vor

Trage die Lotion mit Handschuhen auf die betroffenen Stellen auf. Arbeite sie mit den Fingern oder einem weichen Tuch sanft ein. Das Anwendungsschema folgt einem klaren Protokoll:

  • Anfangsphase: zweimal täglich auftragen
  • Stabilisierungsphase: auf einmal täglich reduzieren, sobald die Reizung nachlässt
  • Erhaltungsphase: 3–4 Mal pro Woche weiterführen
  • Nach Waschen oder intensivem Training: sofort erneut auftragen
  • Reinigung: betroffene Stellen mindestens einmal wöchentlich gründlich shampoonieren und ausspülen

1.000 ml reichen bei regelmäßiger Anwendung ca. zwei Monate. Teste das Produkt vor der Erstanwendung 24 Stunden lang an einer kleinen Hautfläche, um Empfindlichkeiten auszuschließen.

Häufige Fragen

Ist Killitch® ein Medikament oder ein Pflegeprodukt?

Killitch® trägt eine AVM-GSL-Zulassung (Authorised Veterinary Medicine – General Sales List). Es ist behördlich zugelassen, aber nicht verschreibungspflichtig. Es handelt sich um ein lizenziertes Anwendungsmittel – kein Tierarzneimittel im engeren Sinne, aber kein rein kosmetisches Produkt.

Ab wann im Jahr sollte ich mit der Anwendung beginnen?

Carr & Day & Martin empfehlen die Anwendung im zeitigen Frühjahr – bevor erste Symptome auftreten. In Mitteleuropa bedeutet das: ab März/April, spätestens wenn die Mückenaktivität beginnt. Ein früher Start erhöht die Wirksamkeit als vorbeugende Maßnahme.

Kann Killitch® zusammen mit einer Ekzemerdecke verwendet werden?

Ja. Killitch® und eine gut sitzende Ekzemerdecke ergänzen sich. Die Lotion versorgt die Haut direkt; die Decke reduziert den Insektenkontakt. Beide Maßnahmen zusammen zeigen in der Praxis bessere Ergebnisse als jede Einzelmaßnahme allein.

Ist Killitch® auch für Ponys geeignet?

Ja. Die Zulassung und die Herstellerangaben umfassen ausdrücklich Pferde und Ponys. Das Anwendungsschema ist identisch.

Kann ich Killitch® das ganze Jahr über anwenden?

Killitch® ist ganzjährig anwendbar. Der Schwerpunkt liegt auf der Sommersaison (Frühjahr bis Herbst), wenn Kriebelmücken aktiv sind. Eine ganzjährige Begleitpflege besonders empfindlicher Hautpartien ist laut Herstellerangaben möglich.

Quellen

  • Freie Universität Berlin, Fragebogenstudie zum Sommerekzem bei Pferden in Deutschland – Dissertation (Refubium), 2013
  • Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift*, Studie zu 490 Islandpferden aus 24 Gestüten in Niedersachsen und Westfalen (Sekundärnennung, Jahr nicht direkt verifiziert)
  • Carr & Day & Martin, Produktseite Killitch® (Wirkstoff, Zulassung, Anwendungsprotokoll), 2023/2026 – www.carrdaymartin.com/de/unsere-produkte/killitch-500ml/

* Nicht direkt in der Originalquelle verifiziert – Sekundärnennung durch tierärztliche Fachseite (pferdeklinik-sorpesee.de).

Killitch® von Carr & Day & Martin ist bei IQ Horse erhältlich – auch als Set mit dem Gallop Medicated Shampoo.
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